Zertifiziertes Prostatakarzinomzentrum
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  Lange Zeit galt eine Chemotherapie beim Prostatakarzinom als nicht sinnvoll, da der Prostatakrebs auf eine Chemotherapie nur wenig Ansprechen zeigte. Seit einigen Jahren steht das Medikament Docetaxel (Taxotere ®) zu Verfügung, das erstmals eine Lebensverlängerung eines an Prostatakrebs erkrankten Patienten nachweisen konnte. Zur Diskussion gebracht werden sollte die Einleitung einer Chemotherapie bei einem so genannten hormonrefraktären Prostatakrebs. Das heißt, wenn der Tumor auf eine Hormontherapie (siehe Merkblatt „Hormontherapie“) nicht mehr anspricht und es zu einem Fortschreiten der Erkrankung unter der Hormontherapie kommt.  
     
  Das Standardschema zur Durchführung der Therapie mit Taxotere ist eine 3-wöchentliche Gabe dieses Zytostatikums. Alternativ kann bei geschwächten Patienten auch eine wöchentliche Gabe einer niedrigen Dosierung gegeben werden.  
     
  Jede 4. Woche ist dann eine therapiefreie Woche. Erreicht werden kann durch die Chemotherapie keine Heilung des Prostatakrebses. Neben einer Lebensverlängerung ist auch häufig eine Reduktion von Beschwerden durch den Prostatakrebs zu erreichen. Hierzu zählen z. B. Lymphabflussstörungen bei Lymphknotenmetastasen oder schmerzhafte Tumorabsiedlungen im Knochen. Nebenwirkungen der Chemotherapie sind vor allem eine mit der Dauer der Therapie zunehmende Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Ebenso wie die schnell wachsenden Tumorzellen werden auch schnell wachsende gesunde Körperzellen getroffen. Hierzu zählen insbesondere die blutbildenden Zellen im Knochenmark, sodass der Arzt 1 x wöchentlich diese Werte durch eine Blutentnahme kontrollieren sollte.  
     
  Weitere Nebenwirkungen sind Haarverlust, Gefühlsstörungen an den Händen und Füßen, Geschmacksveränderungen und vermehrter Tränenfluss.  
     
  Typisch für das Medikament Docetaxel ist eine Verfärbung der Fingernägel bis hin zum Lösen der Nägel aus dem Nagelbett. Um dieses zu verhindern, sollte die Gabe von Taxotere mit gleichzeitig angelegten „Eishandschuhen“ oder Eispacks auf den Fingern durchgeführt werden. Hierbei wird die Durchblutung der Fingerspitzen durch ein Engstellen der Gefäße minimiert und dadurch die Wirkung des Zytostatikums an den Fingerspitzen verringert.  
     
  Da die Chemotherapie mit Docetaxel allenfalls eine Überlebensverlängerung, aber keine Heilung bedeutet, sollte das Wohlergehen des Patienten und das Allgemeinbefinden immer im Vordergrund stehen. Viele unterstützende Maßnahmen stehen hierbei den Ärzten zur Verfügung. Hier ist neben einer Gabe von Erythrozytenkonzentraten bei Blutarmut und einer Schmerztherapie insbesondere auch die Gabe von Bisphosphonaten zu erwähnen. Diese können als monatliche kurze Infusion zu einer Minimierung von Komplikationen durch die Knochenmetastasen beitragen.  
     
  Auch Nahrungsergänzungsmittel bei Gewichtsverlust durch die Tumorerkrankung gehören in dieser Phase zum ärztlichen Spektrum.  
     
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