Klinik für Urologie im Vinzenzkrankenhaus Hannover
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  Patienteninformationen  
  Gerade in den letzten 20 Jahren ist es zu einer enormen Entwicklung in der medizinischen Forschung gekommen. Viele moderne Medikamente wurden entwickelt, aufwendige, aber immer nebenwirkungsärmere Operationsmethoden etabliert. Dieses spiegelt sich gerade auch in dem Fachgebiet Urologie wieder. Minimal invasive Eingriffe, die so genannte Knopflochchirurgie, aber auch immer feinere Instrumente für die endoskopischen Eingriffe, haben zu immer schonenderen Behandlungsmethoden für unsere Patienten geführt.  
     
  Die Liegezeit der Patienten im Krankenhaus konnte hierdurch mehr als halbiert werden. Schon lange wird in der Urologie mit Stoßwellen gearbeitet, die ohne invasive Maßnahmen, das heißt Eindringen in den Körper, Nierensteine und Harnleitersteine zertrümmern können.  
     
  Mit dem Laser werden Verengungen der Harnröhre beseitigt, verschiedene oberflächige Krebsformen können hiermit geheilt werden und neuerdings werden auch gutartige Vergrößerungen der Prostata, die dem Mann das Wasserlassen erschweren, auf diesem Wege erfolgreich behandelt.  
     
  Aber auch die konventionelle Tumorchirurgie bei Prostata- und Blasenkrebs hat sich enorm weiterentwickelt und kennt heutzutage viele Strategien um möglichst schonend einen Patienten von seinem Krebsleiden zu heilen. Nervschonende OP-Techniken zur Erhaltung der Kontinenz und Potenz des Mannes seien hier erwähnt. Ebenso auch die Ersatzblasenbildung aus z. B. Dünndarm, um nach einer Entfernung der Harnblase auf natürlichem Wege wasserlassen zu können.  
     
  Auch auf dem Gebiet der medikamentösen Tumortherapie sind in den letzten Jahrzehnten erstaunliche Fortschritte erzielt worden. Heutzutage kann nahezu jeder junge Mann, der an einem Hodenkrebs leidet, geheilt werden. Das gilt selbst dann, wenn dieser Tumor schon Metastasen (das heißt Absiedlungen) im Körper gebildet hat. Möglich machen dieses hochwirksame Zytostatika, die im Rahmen einer Chemotherapie den Patienten verabreicht werden. Gerade in den letzten Jahren sind auch völlig neue Medikamente entwickelt worden, die direkt in den Zellstoffwechsel eingreifen und somit auch viel gezielter bei Krebserkrankungen eingesetzt werden können. Hier seien nur als Beispiel die Thyrosinkinaseinhibitoren beim Nierenzellkrebs erwähnt oder auch Medikamente, die das Blutgefäßwachstum in Krebsgeschwülsten verhindern können, sodass der Tumor sich nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen kann. Hier ist in der Zukunft sicherlich noch eine rasante Weiterentwicklung zu erwarten.  
     
  Eine weitere wichtige Therapiemöglichkeit im Kampf gegen Krebs stellt die Strahlentherapie dar. Auch durch diese Therapieform können einige urologische Tumoren geheilt werden. Hier ist sich in den letzten 10 Jahren eine hervorragende interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Urologen und Strahlentherapeuten entstanden. Diese findet ihren Niederschlag in den Anforderungen der deutschen Krebsgesellschaft an ein Prostatakarzinomzentrum. Hier sind die beiden Hauptkooperationspartner zur Behandlung eines Prostatakrebses der Urologe und der Strahlentherapeut, die für jeden Patienten in einem interdisziplinären Austausch das weitere Vorgehen besprechen und festlegen.  
     
  Eine weitere interdisziplinäre Kooperation besteht zu den Gynäkologen. Blasenschwäche, das heißt unwillkürlicher Urinverlust, stellt ein lange tabuisiertes aber sehr häufig vorkommendes Krankheitsbild vieler Frauen dar. Auch hier gibt es heutzutage viele moderne, minimal invasive Operationsmethoden um den Patientinnen zu helfen. Selbst aufwendige Beckenbodenrekonstruktionen können im Zusammenarbeit mit Urologen, Gynäkologen und Abdominalchirurgen durchgeführt werden.  
     
  Aber nicht nur Frauen haben mit der Kontinenz Probleme. Gerade aufgrund der zunehmenden Lebenserwartung und der damit ebenfalls zunehmenden Erkrankung der Männer an der Prostata und Harnblase lässt auch hier Probleme mit der Kontinenz, das heißt Fähigkeit das Wasser zu Kontrollieren, entstehen. Auch hier gibt es heutzutage viele medikamentöse, minimal invasive aber auch aufwendige Operationstechniken um eine Kontinenz wieder herzustellen.  
     
  Diese kurze Einleitung in das dargestellte Spektrum einer modernen urologischen Abteilung soll Ihnen auch erklären, warum Sie in der Urologie des Vinzenzkrankenhausen mit 2 Chefärzten konfrontiert werden. Die zunehmende Spezialisierung selbst einer so „überschaubaren Disziplin“ wie der Urologie spiegelt sich hier wieder.  
     
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