Klinik für Urologie im Vinzenzkrankenhaus Hannover
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  Patienteninformationen  
 

Die Urologie ist eine der aufstrebenden medizinischen Fachrichtungen seit den 1990er Jahren des letzten Jahrhunderts. Neue wirksame Medikamente, immer nebenwirkungsärmere Operationsmethoden entspringen aus dem analytischen und diagnostischen Erkenntnisgewinn der letzten 20 Jahre. Diese Entwicklung ist das Vinzenzkrankenhaus mitgegangen, hält in personeller und technischer Hinsicht Schritt mit der raschen Entwicklung diagnostischer und therapeutischer Verbesserungen für seine Patienten und ist mit seinen 57 Betten die größte Urologie Niedersachsens.

 
     
 

Minimal invasive Eingriffe, die sogenannte Knopflochchirurgie und immer feinere Instrumente für die endoskopischen Eingriffe, haben zu immer schonenderen Behandlungsmethoden für unsere Patienten geführt.

 
     
 

Wir haben die Liegezeit der Patienten bei uns mehr als halbiert. Schon lange wird in der Urologie mit Stoßwellen gearbeitet, die ohne invasive Maßnahmen, das heißt Eindringen in den Körper, Nierensteine und Harnleitersteine zertrümmern.

 
     
 

Mit dem Laser beseitigen wir Verengungen der Harnröhre, beseitigen hartnäckige Steine, verschiedene oberflächige Krebsformen können hiermit geheilt werden und neuerdings werden auch gutartige Vergrößerungen der Prostata, die dem Mann das Wasserlassen erschweren, auf diesem Wege erfolgreich behandelt. (Greenlight-Laser). 

 
     
 

Aber auch die konventionelle Tumorchirurgie bei Prostata- und Blasenkrebs hat sich enorm weiterentwickelt und kennt heutzutage viele Strategien, um möglichst schonend einen Patienten von seinem Krebsleiden zu heilen. Nervenschonende Operationstechniken zur Erhaltung der Kontinenz und Potenz des Mannes seien hier erwähnt. Ebenso auch die Ersatzblasenbildung etwa aus dem Dünndarm, um nach einer Entfernung der Harnblase auf natürlichem Wege Wasser lassen zu können.

 
     
 

Auf dem Gebiet der medikamentösen Tumortherapie sind in den letzten Jahrzehnten erstaunliche Fortschritte erzielt worden. Heutzutage kann nahezu jeder junge Mann, der an einem Hodenkrebs leidet, geheilt werden. Eine vor 20 Jahren noch unvorstellbare Aussage. Das gilt selbst dann, wenn dieser Tumor schon große Metastasen (das heißt Absiedlungen) im Körper gebildet hat. Möglich machen das hochwirksame Zytostatika, die im Rahmen einer Chemotherapie den Patienten verabreicht werden. Gerade in den letzten Jahren sind auch völlig neue Medikamente entwickelt worden, die direkt in den Zellstoffwechsel eingreifen und somit auch viel gezielter bei Krebserkrankungen eingesetzt werden können. Hier seien nur als Beispiel die Thyrosinkinaseinhibitoren beim Nierenzellkrebs erwähnt oder auch Medikamente, die das Blutgefäßwachstum in Krebsgeschwülsten verhindern können, sodass der Tumor sich nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen kann. Hier ist in der Zukunft sicherlich noch eine rasante Weiterentwicklung zu erwarten.  Sie können darauf bauen, dass Sie bei uns immer  auf dem aktuellen Stand von Technik und Therapie behandelt werden. 

 
     
 

Eine weitere wichtige Therapiemöglichkeit im Kampf gegen Krebs stellt die Strahlentherapie dar. Auch durch diese Therapieform können einige urologische Tumoren geheilt werden. Hier haben wir in den letzten 10 Jahren eine hervorragende interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Urologen und Strahlentherapeuten aufgebaut und ein Prostatakarzinomzentrum nach den Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft geschaffen, welches wir im Jahr 2008 haben zertifizieren lassen. Das Zertifikat sieht eine zwingend notwendige Kooperation, ein Hand-in-Hand-Arbeiten bei Prostatakrebs zwischen Urologie und Strahlentherapie vor, die für jeden Patienten in einem interdisziplinären Austausch das weitere Vorgehen besprechen und festlegen.

 
     
 

Fortgeschrittene Tumorerkrankungen werden in einem sog. Tumorboard unter Anwesenheit von Urologen, Strahlentherapeuten, Onkologen, Pathologen, Nuklearmedizinern, Radiologen und Palliativmedizinern diskutiert. Therapie nach Maß, individuell zugeschnitten auf den Menschen.

 
     
 

Die Brachytherapie (exakt LDR-Brachytherapie, LDR = low dose radiation) ist eine Form der Strahlentherapie, bei der eine Strahlenquelle innerhalb oder in unmittelbarer Nähe des zu bestrahlenden Gebietes im Körper platziert wird. Brachytherapie wird häufig als eine wirksame Behandlungsmethode für Krebserkrankungen etwa der Prostata oder der Brust eingesetzt. Da Behandlung oft ambulant durchgeführt werden, muss bei der externen Strahlentherapie der Patient oft viele Wochen behandelt werden, so stellt die Brachytherapie eine einmalige Behandlungsform dar und besticht durch eine sehr geringe Nebenwirkungsrate.

 
     
 

Eine weitere interdisziplinäre Kooperation besteht zu den Gynäkologen. Blasenschwäche, das heißt unwillkürlicher Urinverlust, stellt ein lange tabuisiertes, aber sehr häufig vorkommendes Krankheitsbild vieler Frauen dar. Auch hier halten wir im Vinzenzkrankenhaus viele moderne, minimal-invasive Operationsmethoden vor, um unseren Patientinnen zu helfen. Wir haben die Kapazität, selbst aufwendige Beckenbodenrekonstruktionen in Zusammenarbeit mit Urologen, Gynäkologen und Abdominalchirurgen durchzuführen.

 
     
 

Aber nicht nur Frauen haben mit der Kontinenz Probleme. Gerade aufgrund der zunehmenden Lebenserwartung und der damit ebenfalls zunehmenden Erkrankung der Männer an der Prostata und Harnblase werden durch hier zunehmend Probleme mit der Kontinenz, das heißt Fähigkeit das Wasser zu kontrollieren, entstehen. Auch hier gibt es heutzutage viele medikamentöse, minimal invasive aber auch aufwendige Operationstechniken um eine Kontinenz wieder herzustellen.

 
     
 

Diese kurze Einleitung in das dargestellte Spektrum einer modernen urologischen Abteilung soll Ihnen auch erklären, warum Sie in der Urologie des Vinzenzkrankenhauses auf zwei Chefärzte treffen. Die zunehmende Spezialisierung selbst einer so „überschaubaren Disziplin“ wie der Urologie spiegelt sich hier wieder.

 
     
 

Sowohl unsere Arbeit als auch unser Denken sind langfristig angelegt. Menschen, die in diesem Sinne denken und handeln, arbeiten bei uns. Sie tragen maßgeblich zu dem bei, was uns in den nächsten Jahren auch in der öffentlichen Wahrnehmung von Vorteil sein wird.

 
     
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