Wozu Qualitätsmanagement?

Unter dem gegenwärtigen Kostendruck für Krankenhäuser besteht die Gefahr, dass Einsparungen und Rationalisierungen (am falschen Ort oder zur falschen Zeit) zulasten der Qualität und damit der Patienten gehen. Gleichzeitig zeigt die tägliche Praxis: Qualitätsmängel verursachen häufig zusätzliche und unnötige Kosten und verschwenden Arbeitszeit von Mitarbeitern.

Durch ein gezieltes Qualitätsmanagement soll ein Ausgleich gefunden werden zwischen den wirtschaftlichen Notwendigkeiten und unserem hohen Qualitätsanspruch an medizinische Leistungen.

Dabei wird angenommen, dass medizinische Diagnostik und Therapie, Pflege und technische Einrichtungen in deutschen Krankenhäusern eine vergleichsweise hohe Qualität aufweisen. Traditionelle Schritte zur Qualitätssicherung, etwa Oberarzt- und Chefarztvisiten, die ärztliche Weiterbildungsordnung, Sektionen und Todesfallkonferenzen etc., waren bislang geeignet, diesen Standard zu erhalten.

Qualitätsdefizite hingegen werden am häufigsten in der Ablauforganisation und der Grundhaltung dem Patienten gegenüber erkannt. Doch wie lässt sich die Situation angesichts knapper Ressourcen verbessern, wie lassen sich bestehende hohe Standards halten?

Diese Überlegungen erfordern eine Ausweitung des Qualitätsbegriffes auf den gesamten Dienstleistungsprozess im Krankenhaus und eine prozessorientierte Betrachtungsweise. Hierfür werden berufsgruppenübergreifend alle Mitarbeiter des Krankenhauses einbezogen. Dabei wird deutlich, dass eine Optimierung der Schnittstellen notwendig ist. An jenen Punkten also, die für einen reibungslosen Ablauf das Zusammenspiel von Abteilungen, von Berufsgruppen, von Früh- und Spätschicht oder anderen Einzelgruppen gewährleisten.

Die genauere Analyse solcher Probleme bringt fast immer Informations- oder Kommunikationsdefizite zum Vorschein, so dass Informationsmanagement und Kommunikationsförderung für uns zu den wichtigsten Elementen des Qualitätsmanagements gehören.