22.09.2015

Mitarbeiter „gehen in die Luft“

Das Vinzenzkrankenhaus Hannover protestiert gegen neues Krankenhausgesetz
  • Mitarbeitende beteiligen sich am Aktionstag, 23.09., 13 – 16 Uhr in Berlin 
  • Mitarbeitende protestieren im Rahmen einer „Aktiven Mittagspause“ am 23.09. um 13 Uhr am Vinzenzkrankenhaus in Hannover 

Die Mitarbeiter des Vinzenzkrankenhauses Hannover protestieren gegen den Entwurf des Krankenhausstrukturgesetzes. Sie beteiligen sich am Mittwoch, 23. September 2015, an einem bundesweiten Aktionstag gegen die von der Bundespolitik geplante „Krankenhausreform“. 

Stellvertretend für das Vinzenzkrankenhaus Hannover werden 13 Mitarbeitende aus unterschiedlichen Berufsgruppen zwischen 13 und 16 Uhr am Brandenburger Tor in Berlin an der zentralen Protestaktion teilnehmen, zu der über 10 000 Krankenhausmitarbeiter aus der gesamten Bundesrepublik erwartet werden. 

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im Vinzenzkrankenhaus Hannover die Versorgung der Patienten sicherstellen, werden als Unterstützung um 13 Uhr zu einer „Aktive Mittagspause“ antreten. Unter dem Motto „Wir gehen in die Luft“ werden die Mitarbeitenden im Krankenhauspark Luftballons mit Protestkarten in den Himmel steigen lassen, um ein Zeichen gegen die Reform zu setzen und auf deren Unzulänglichkeiten hinzuweisen. 

„Das geplante Gesetz ist keine Reform, es verschlechtert unsere Situation, statt sie zu verbessern“, macht Geschäftsführer Michael Hartlage deutlich. „Das Problem der jährlich steigenden und nicht refinanzierten Kosten wird im vorliegenden Gesetzentwurf nicht berücksichtigt. Der Gesetzgeber zieht im Gegenteil Geld und Personal vom Patientenbett ab, und erhöht den bürokratischen Aufwand, statt die Behandlung und die Zuwendung zu den Patienten in den Mittelpunkt zu stellen. Wir erwarten eine faire Bezahlung für gute Arbeit“, betont Krankenhausdirektorin Brunhilde Oestermann. Auch für die in Niedersachsen bestehende Investitionslücke von 1,5 Milliarden Euro bietet das Gesetz aus Sicht der Krankenhäuser keine nachhaltige Lösung. „Die Länder müssen sich ihrer Verantwortung stellen“, betont der Geschäftsführer des Vinzenz-Verbundes Hildesheim, Dr. Gregor Zehle. 

Die Krankenhäuser fordern mit ihrem bundesweiten Aktionstag die Politik auf Bundes- und Landesebene eindringlich auf, mit der Reform eine vollständige Finanzierung der Personal- und Sachkosten der Krankenhäuser sowie eine auskömmliche Finanzierung der Investitionen zu schaffen, um so eine qualitativ hochwertige Versorgung der Bevölkerung mit stationären Krankenhausleistungen sicher zu stellen.