03.08.2015

Unabhängiger Ansprechpartner für Patienten

Das Vinzenzkrankenhaus beruft Dr. Ullrich Westerhagen zum Patientenfürsprecher

 Ärztlicher Direktor Dr. Jens Albrecht, Krankenhausdirektorin Brunhilde Oestermann, Patientenfürsprecher Dr. Ullrich Westerhagen, Geschäftsführer Michael Hartlage
(v.l.) Ärztlicher Direktor Dr. Jens Albrecht, Krankenhausdirektorin Brunhilde Oestermann, Patientenfürsprecher Dr. Ullrich Westerhagen, Geschäftsführer Michael Hartlage

Der Großburgwedeler Dr. Ullrich Westerhagen ist neuer Patientenfürsprecher am Vinzenzkrankenhaus. Am heutigen Montag überreichten Krankenhausgeschäftsführer Michael Hartlage, Krankenhausdirektorin Brunhilde Oestermann und der Ärztliche Direktor Dr. Jens Albrecht die Ernennungsurkunde an den 69-Jährigen. Westerhagen engagiert sich in diesem Amt ehrenamtlich, seine Berufung ist auf die Dauer von fünf Jahren erfolgt. Der Patientenfürsprecher steht wöchentlich, mittwochs von 15 bis 17 Uhr in einer Sprechstunde im Vinzenzkrankenhaus zur Verfügung.

Der Patientenfürsprecher ist kein Angestellter des Krankenhauses. Unabhängig kann er sich für die Anliegen der Patienten einsetzen und hat dazu jederzeit Zugang zur Krankenhausleitung und zum Qualitätsmanagement des Krankenhauses. Jeder Patient oder Angehörige kann den Patientenfürsprecher ansprechen. „Das Amt des Patientenfürsprechers passt zu den Überzeugungen von unserem Namensparton Vinzenz von Paul, der sich konsequent für die Menschen eingesetzt hat, die selber dazu nicht in der Lage oder in Not waren“, verweist Krankenhausdirektorin Brunhilde Oestermann auf die vinzentinischen Wurzeln des katholischen Krankenhauses.

Als Fürsprecher übernimmt Westerhagen eine Mittlerrolle zwischen Patienten, Angehörigen und dem Krankenhaus.  Der Volljurist wird als unabhängiger Vertreter der Patienteninteressen so als weitere Säule neben dem Qualitäts- und Beschwerdemanagement des Vinzenzkrankenhauses zur Qualitätssicherung beitragen. Westerhagen beschreibt seine Motivation wie folgt: „Ich war selber schon oft Patient, kenne alle Krankenhäuser in Hannover und habe schon unterschiedlichste Erfahrungen gemacht. Einige Male hätte ich mir genauso einen Patientenfürsprecher auch gewünscht. Hier im Vinzenzkrankenhaus habe ich mich als Patient immer gut aufgehoben gefühlt. Dass diese Erfahrung auch andere machen und das Vinzenzkrankenhaus auch in Zukunft eine gute medizinische und auch menschliche Qualität liefert, dazu möchte ich mit meinem Engagement im Sinne der Patienten und Angehörigen beitragen.“

Mit der Berufung Westerhagens reagiert das Vinzenzkrankenhaus vorzeitig  auf den Vorschlag zur Änderung im Niedersächsischen Krankenhausgesetz, zur Etablierung ehrenamtlicher Patientenfürsprecher in den Klinikalltag. „Wir verfolgen die schon viel zu lange dauernde Debatte um die Einführung von Patientenbeauftragten oder Fürsprechern aufmerksam“, erklärt Geschäftsführer Michael Hartlage und fährt fort: „Im Sinne unserer Patienten und Angehörigen haben wir nun gehandelt. Wir finden es wichtig, Patienten und Angehörigen neben unserem regulären Qualitäts- und Beschwerdemanagement einen unabhängigen und unparteilichen Ansprechpartner bieten zu können. Das baut Hemmschwellen ab und hilft uns, unsere Qualität zu sichern.“ Der Auffassung schließt sich auch der Ärztliche Direktor Dr. Jens Albrecht an: „Durch unsere flächendeckend genutzten Patientenfragebögen und guten Bewertungen von externen Patientenbefragungen, unter anderem durch die Techniker Krankenkasse, gewinnen wir ein regelmäßiges Feedback unserer Patienten, anhand derer wir Optimierungen vornehmen können. Meiner Erfahrung nach trauen sich auch immer mehr Menschen, offen anzusprechen, wenn Ihnen etwas nicht gefällt. Mit dem Patientenfürsprecher schaffen wir eine Ansprechmöglichkeit für all diejenigen, die sich bisher nicht getraut haben, uns anzusprechen. Egal welchen Weg Patienten oder Angehörige wählen, sie dürfen sich sicher sein, dass ihr Wohlergehen unser wichtigstes Ziel ist.“

Mit Dr. Ullrich Westerhagen wurde durch das Vinzenzkrankenhaus eine Persönlichkeit zum Patientenbeauftragten berufen, die über ein breit gefächertes Spektrum an Qualifikationen verfügt.

Der Volljurist verfügt über Erfahrungen sowohl in der öffentlichen Verwaltung als auch in der freien Wirtschaft. Bis zu seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst war er Alleingeschäftsführer eines Wirtschaftsverbandes.

Westerhagen ist bisher der einzige Jurist, der an der medizinischen Hochschule Hannover zum Dr. rer. biol. hum., also zum Humanbiologen, promoviert worden ist.  Dies steht unter anderem im Zusammenhang mit der Errichtung des deutschlandweit ersten Spezialkrankenhauses für die klinische Therapie von Jugendlichen drogenabhängigen Straftätern gem. § 93 a JGG, welche unter Westerhagens Verantwortung für fünf Bundesländer errichtet wurde. Das von Westerhagen veröffentlichte Buch zu dieser Gesetzesgrundlage mit dem Titel „Rehabilitation jugendlicher Drogenabhängiger“ gilt als das Standardwerk auf diesem Gebiet.

 

Bild (zur honorarfreien Verwendung)
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Bildunterschrift: (v.l.) Ärztlicher Direktor Dr. Jens Albrecht, Krankenhausdirektorin Brunhilde Oestermann, Patientenfürsprecher Dr. Ullrich Westerhagen, Geschäftsführer Michael Hartlage

Bildnachweis: Vinzenzkrankenhaus