26.09.2019

Vinzenzkrankenhaus Hannover stellt restaurierte Statuen vor

Zum Gedenktag des Heiligen Vinzenz von Paul stellt das Haus drei Statuen neu aus

Am 27. September ist der Gedenktag des Heiligen Vinzenz von Paul. Der Gründer des Pflegeordens ist Namenspate für das Vinzenzkrankenhaus in Hannover. Bis 2018 lebten und arbeiteten hier Vinzentinnerinnen in der Krankenpflege und gehörten zum Stadtbild in Kirchrode. Bis zu 30 Ordensschwestern waren im sogenannten Haus Katharina im Vinzenzkrankenhaus untergebracht, viele übernahmen noch ehrenamtliche Aufgaben und haben dem Haus ein Gesicht gegeben. Eine von Ihnen, Schwester Olivera, ist heute noch als Seelsorgerin im Haus tätig. Im vergangenen Jahr sind die Schwestern in ihr Mutterhaus nach Hildesheim gezogen. Das Vinzenzkrankenhaus hat aus diesem Anlass drei Statuen von den Vinzentinerinnen erworben und restaurieren lassen, um an die Ordensschwestern zu erinnern. Am 26. September wurden die Statuen erstmals der Presse und der Öffentlichkeit vorgestellt. 

Statue des heiligen Vincenz mit zwei Kindern.Die Restauratorin, Jutte Knörle, hat mehrere Wochen intensiv an den Statuen aus Holz und Gips gearbeitet. Die große Figur (Höhe 137 cm) des heiligen Vincenz mit zwei Kindern hat rückseitig einen Prägestempel mit der Jahreszahl 1899 womit der Entstehungszeitpunkt sehr genau festgelegt ist. Darüber hinaus findet sich eine Nummerierung, die bei Skulpturen aus Gussmaterial in der damaligen  Zeit üblich war. Wegen des empfindlichen Gussmaterials aus einer Gipsmasse hat die Figur einige Schäden durch Abplatzungen und Abstoßungen erlitten. 

„Während der jetzigen Restaurierung war für mich an einigen Stellen erkennbar, dass die farbige Bemalung vormals bereits stellenweise ausgebessert wurde.  Meine Aufgabe bestand darin, stark auffällige Fehlstellen  und Abstoßungen im Trägermaterial zu kitten, d.h. zu ergänzen – dies waren Teile von Nase, Finger, Zehen – und farblich  an den farbigen Umgebungsbereich anzugleichen.“ Zuletzt wurde eine Oberflächenreinigung durchgeführt. 

Die  kleinere ca. 90 cm hohe farbig bemalte Holzskulptur mit der Darstellung des heiligen Vinzenz stammt vermutlich aus dem 19. Jahrhundert und wies im Vorzustand einen unsachgemäßen Anstrich auf. Besonders die Bemalung  der Gesichter war durch die laienhafte Ausführung gekennzeichnet. Wie  bei der näheren Untersuchung der Farbschichten festgestellt worden ist, sind unter dieser  letzten Bemalung noch  zwei weitere, ältere Bemalungen vorhanden. Aus Kostengründen konnten nun nur die Gesichter mit den Haaren und das Gewand des kleinen Kindes freigelegt werden, da diese Bereiche besonders plakativ erschienen und den Ausdruck der Figur sehr stark beeinträchtigten.

Eine vollständige Freilegung der Figur wäre mit sehr hohem  Zeitaufwand verbunden. Die Freilegung erfolgte mit einem alkoholhaltigen Lösemittel und das Abtragen der angelösten Malschicht zum Teil mechanisch mit dem Skalpell.  Kleinere Unregelmäßigkeiten wurden mit einem Kreidekitt gekittet und anschließend wurden Fehlstellen und ergänzende Kittungen mit einem acrylhaltigen Farbmittel retuschiert.

Bei der ca. 120 cm großen Marienfigur (ca. 20. Jahrhundert) handelt es sich um eine Holzskulptur, deren Holzoberfläche bei einer vorherigen Maßnahme  mit einer braunen Holzlasur eingetönt worden ist. Wie deutliche Schleifspuren auf der Oberfläche  erkennen lassen, ist diese Figur einmal abgebeizt bzw. abgeschliffen worden. Farb-und Grundierungsspuren in den Vertiefungen  der Schnitzerei weisen darauf hin, dass die Figur einmal farbig bemalt gewesen ist.  Die Figur wurde aus mehreren Holzblöcken aus Nadelholz zusammengesetzt und ist innen ausgehöhlt.  An der Rückseite befindet sich eine Holzanstückung.

Die Figur wies keine auffälligen Schäden auf, daher wurde sie gereinigt und die Oberfläche ist leicht frottiert worden.

Die drei Skulpturen werden nun einen festen Platz im Vinzenzkrankenhaus Hannover finden. Am Vinzenztag findet eine Andacht in der Kapelle des Hauses statt, zu der Mitarbeitende, Patienten und Besucher eingeladen sind.

 

Das Vinzenzkrankenhaus Hannover ist eine Einrichtung der Schwerpunktversorgung des Elisabeth Vinzenz Verbundes und blickt auf eine über 150-jährige Geschichte zurück. Mehr als 37.000 Patienten im Jahr werden stationär und ambulant versorgt. Das Krankenhaus verfügt über 345 Planbetten in sieben Fachabteilungen für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Anästhesie und Intensivmedizin, Geburtshilfe und Gynäkologie, Innere Medizin, Unfallchirurgie und Orthopädie, Urologie sowie Radiologie. Dazu kommen eine zentrale Notaufnahme, eine Belegabteilung HNO, eine Tagesklinik für ambulante Operationen und ambulante Chemotherapie, sowie die Physiotherapie. Drei zertifizierte Krebszentren für Brust, Darm und Prostata, eine zertifizierte Chest Pain Unit, ein zertifiziertes EndoProthetikZentrum und das da Vinci-Zentrum für roboter-assistierte urologische Operationen runden die Kompetenz als leistungsstarkes Krankenhaus der Schwerpunktversorgung ab. Mit einer eigenen Gesundheits- und Krankenpflegeschule und seit 1979 als akademisches Lehrkrankenhaus der Medizinischen Hochschule Hannover engagiert sich das Vinzenzkrankenhaus in der Aus- und Fortbildung pflegerischen und medizinischen Nachwuchses.
www.vinzenzkrankenhaus.de

Der Elisabeth Vinzenz Verbund (EVV) gehört bundesweit zu den größten christlichen Trägerverbünden von Krankenhäusern und weiteren Einrichtungen im Gesundheits- und Sozialwesen. Der EVV verbindet an seinen 15 Krankenhaus-Standorten in sieben Bundesländern eine moderne und kompetente medizinisch-pflegerische Versorgung mit der Tradition christlicher Nächstenliebe und gelebter Menschlichkeit. Gesellschafter der Trägergesellschaft sind die Katholische Wohltätigkeitsanstalt zur heiligen Elisabeth Reinbek (KWA) und die Vinzenz Bernward Stiftung Hildesheim. Geschäftsführer sind Dr. Sven Ulrich Langner und Olaf Klok.
www.elisabeth-vinzenz.de