29.02.2016

"Werden Sie aktiv"

Prof. Dr. med. Josef Beuth, profilierter Krebs-Wissenschaftler an der Universität zu Köln, informierte im Vinzenzkrankenhaus Hannover umfassend über wirksame Naturheilverfahren bei Prostatakrebs

Hannover, 24.02.2016  Er ist eine Koryphäe im Bereich Naturheilverfahren und der erste Schulmediziner in Deutschland, der sich mit der wissenschaftlichen Evaluation dieser Heilungswege beschäftigt hat: Prof. Dr. Josef Beuth ist deshalb ein gern gesehener Gast im Vinzenzkrankenhaus Hannover. Als Kölner Frohnatur begrüßte er die zahlreichen Zuhörer mit einer ganz entscheidenden Botschaft: „Lachen ist die beste Medizin!“ Sehr schnell wurde  allerdings auch deutlich, wie ernst ihm das Thema der seriösen komplementären Behandlungsmethoden bei Krebserkrankungen ist. „Die Komplementärmedizin ersetzt nicht die Krebstherapie“, betonte er ausdrücklich. „Sie ist als Prophylaxe zu verstehen, kann Nebenwirkungen der aggressiven Standardtherapie reduzieren und damit wirksam die Lebensqualität verbessern.“

Dabei sind drei Bereiche wichtig und wissenschaftlich anerkannt, auf die sich der Patientkonzentrieren sollte: eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und eine gesunde Psyche. „Achten Sie darauf, dass Sie normalgewichtig sind. Ein paar Pfunde mehr sind in Ordnung,aber eine ordentliche Muskulatur ist notwendig, sowie ein gut funktionierender Stoffwechsel.“Auch die richtigen Lebensmittel tragen erwiesenermaßen zur Genesung bei – Obst, Gemüse und Getreide gehören auf den Speiseplan. „Es gibt keine Krebsdiät“, erklärte Prof. Beuth. „Essen Sie,was Ihnen schmeckt und bitte bis Sie satt sind. Und lassen Sie Lebensmittel weg, bei denen Sie Widerwillen verspüren – das merkt sich das Gedächtnis negativ.“ Auch eine genügende Flüssigkeitszufuhr ist entscheidend, da die Chemotherapie besser ausgeschwemmt werden kann und dünnflüssiges Blut das Herz nicht unnötig belastet. Selbst der Genuss von Alkohol nach derTherapie ist möglich. „Eine Flasche Wein pro Woche zum Beispiel können Frauen nach der Brustkrebschemotherapie durchaus trinken“, so Prof. Beuth. „Auf das Maß kommt es an! Das gilt auch für den Genuss von Kaffee, Milch oder Fleisch.“ Vorsicht sei seiner Ansicht nach allerdings bei Multivitaminpräparaten geboten: „Sie sind im Regelfall überflüssig, da die Wirkstoffe gar nicht an den Krebszellen ankommen. Solange Sie normal essen können, reicht das völlig aus.“ Darüber hinaus ist die körperliche Aktivität ein weiterer notwendiger Baustein zur Heilung, auch bereits während der Krebstherapie. „Ich spreche nicht von Leistungssport“, hob Prof. Beuth hervor. „Aber bitte werden Sie aktiv!  Auch wenn die Gelenke zwicken, fahren Sie Rad, steigen SieT reppen, arbeiten Sie im Garten, gehen Sie schwimmen – und das drei bis vier Stunden pro Woche. Und haben Sie Freude daran. Das ist das beste, was Sie für sich tun können.“ Sportliche Betätigung stärkt nicht nur die körperliche Abwehr, sondern auch die Psyche. „Die Psychoonkologie ist das A und O. Achten Sie auf Ihre seelische Balance, sie stärkt Ihre Abwehrkräfte auf die beste, natürliche Art“, so Prof. Beuth. Ob Entspannungsübungen,Gesprächs-, oder Gestalttherapien – ein gesunder Egoismus ist sinnvoll. „Fragen Sie sich bei allem,was Sie tun immer wieder: Was ist gut für mich, sowohl im beruflichen, als auch im privaten?“

Als naturheilkundliche medikamentöse Maßnahmen begleitend zur Chemo-, Strahlen- und Hormontherapie, die nach der S3-Prostatakarzinom-Leitlinie anerkannt sind, haben sich laut Prof.Beuth die Einnahme von Selen, pflanzlichen Enzymen und eines Linsenextrakts bewährt. Die Kombination der Wirkstoffe schützt vor Gelenkbeschwerden, Knochenschmerzen und Trockenheit der Schleimhäute. Bei Taubheitsempfindungen beispielsweise in den Beinen ist zudem Vitamin E sinnvoll. „Nehmen Sie zweimal 300 Gramm pro Tag ein und stärken Sie Ihre Beine durch das Balancieren auf einem Bein, auf einer Rüttelplatte oder einem kleinen Trampolin. Sie werden über den Erfolg überrascht sein.“ Wer unter Hitzewallungen leidet, kann mit Salbeiextrakt, dreimal täglich eingenommen, und Muskeltraining Abhilfe schaffen. Bei der Neigung zu Infekten heißt das Mittel der Wahl Eberraute Tee, das traditionelle Heilmittel aus der Eifel: „Trinken Sie morgens undabends eine Tasse.“ Im Hinblick auf sogenannte Immuntherapien fand der Experte deutlich Worte: Ob die Behandlung mit Eigenblut, Ozon oder Mistel, bis hin zur Bioresonanz-Therapie, keine der Behandlungenkonnte der wissenschaftlichen Prüfung standhalten. „Bevor Sie sehr viel Geld dafür ausgeben, lassen Sie zwei Monate nach Ihrer Krebstherapie ein großes Blutbild vom Arzt machen – dort sehen Sie, wie fit Ihr Immunsystem ist und können gegebenenfalls punktuell nachhelfen.“ „Und Finger weg von Behandlungen mit Natriumhydrogencarbonat oder Blausäure“, warnte der Experte zum Schluss. „Diese aktuellen Trends können sogar gefährlich sein!“
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