
Die Viszeralchirurgie befasst sich mit der operativen Behandlung der inneren Organe im Bauchraum und im Hals. Dazu gehören zum Beispiel Magen, Darm, Leber, Bauchspeicheldrüse und Gallenblase sowie die Schilddrüse und Nebenschilddrüse. Auch die Behandlung von Bauchwandbrüchen, wie zum Beispiel einem Leistenbruch oder Narbenbruch, gehört zur Viszeralchirurgie.
Patientinnen und Patienten kommen unter anderem bei Bauchbeschwerden, Erkrankungen des Darms, Gallensteinen oder einem Leistenbruch zur chirurgischen Abklärung. Je nach Erkrankung kann eine Operation notwendig sein, beispielsweise eine Gallenblasenoperation, Darmoperation oder Bruchoperation.
Wann ist eine chirurgische Behandlung notwendig?
Eine Überweisung in die chirurgische Abteilung erfolgt, wenn eine Erkrankung vorliegt, die operativ behandelt werden muss oder bei der eine chirurgische Abklärung sinnvoll ist. Dies kann beispielsweise bei Hernien, also Brüchen, Gallensteinen oder Tumorerkrankungen der Fall sein. Auch bei Beschwerden wie anhaltenden Bauchschmerzen, Problemen mit der Gallenblase oder einem Leistenbruch kann eine chirurgische Untersuchung sinnvoll sein.
Eine Operation ist jedoch nicht immer notwendig. In vielen Fällen prüfen wir zunächst konservative, also nicht-operative Behandlungsmöglichkeiten. Eine Operation wird nur empfohlen, wenn sie medizinisch sinnvoll und notwendig ist. Die Entscheidung für eine Operation wird nach einer sorgfältigen Untersuchung und Abklärung durch erfahrene Chirurg*innen getroffen.
Vorbereitung auf eine Operation
Vor einem Eingriff erfolgt ein ausführliches Aufklärungsgespräch. Dabei werden Sie über die geplante Operation und die notwendigen Vorbereitungen informiert. Zusätzlich können Untersuchungen wie Bluttests, ein EKG oder bildgebende Untersuchungen notwendig sein. Sie erhalten außerdem klare Anweisungen, wie Sie sich auf die Operation vorbereiten sollen, zum Beispiel wann Sie nüchtern erscheinen müssen.
In der Regel dürfen Sie ab Mitternacht vor der Operation nichts mehr essen und nur noch klare Flüssigkeiten bis wenige Stunden vor dem Eingriff trinken. Die genauen Vorgaben werden Ihnen vor der Operation mitgeteilt. Es ist wichtig, diese Anweisungen genau zu beachten, damit die Narkose und Operation sicher durchgeführt werden können.
Auch die Einnahme von Medikamenten wird vor der Operation mit Ihnen besprochen. Einige Medikamente müssen gegebenenfalls vor dem Eingriff pausiert oder in ihrer Dosierung angepasst werden. Bitte verändern Sie die Einnahme Ihrer Medikamente nicht selbstständig, sondern klären Sie dies vorher mit dem behandelnden Ärzteteam.
Moderne Operationsmethoden und Schlüssellochchirurgie
Ob eine Operation minimalinvasiv, also mit der sogenannten Schlüssellochtechnik, durchgeführt werden kann, hängt von der Art des Eingriffs ab und wird vorab mit Ihnen besprochen. Wenn möglich, führen wir Eingriffe minimalinvasiv durch. Dabei sind nur kleine Schnitte notwendig. Diese Methode ist meist schonender, führt zu kleineren Narben und ermöglicht eine schnellere Erholung nach der Operation.
Bei bestimmten Eingriffen setzen wir moderne Operationssysteme wie das Da-Vinci-System ein. Die robotergestützte Chirurgie ermöglicht besonders präzises Arbeiten. Die Operation wird dabei weiterhin vollständig vom Operateur gesteuert. Das Operationssystem unterstützt den Operateur bei den Bewegungen und der präzisen Durchführung des Eingriffs.
Wie lange eine Operation dauert, hängt stark von der Art des Eingriffs ab. Die Operationsdauer kann zwischen weniger als einer Stunde und mehreren Stunden liegen. Vor der Operation informieren wir Sie individuell genauer über den geplanten Eingriff und die voraussichtliche Dauer.
Nach der Operation – Krankenhausaufenthalt und Erholung
Wie lange Sie nach einer Operation im Krankenhaus bleiben müssen, hängt vom Eingriff und Ihrem individuellen Heilungsverlauf ab. Kleinere Eingriffe können ambulant, also ohne längeren Krankenhausaufenthalt, erfolgen. Größere Operationen erfordern meist einen mehrtägigen stationären Aufenthalt.
Schmerzen nach einer Operation sind normal und können insbesondere in den ersten Tagen auftreten. Durch moderne Schmerztherapien werden die Beschwerden gezielt behandelt. Unser Ziel ist es, Ihre Schmerzen und Beschwerden nach dem Eingriff so gering wie möglich zu halten und Ihnen eine gute Erholung zu ermöglichen.
Wann Sie nach einer Operation wieder belastbar sind, ist individuell unterschiedlich und hängt unter anderem von der Art des Eingriffs und Ihrem persönlichen Heilungsverlauf ab. Leichte Tätigkeiten sind oft bereits nach wenigen Tagen möglich. Körperlich anstrengende Arbeiten und größere Belastungen sollten erst nach ärztlicher Rücksprache wieder aufgenommen werden.
Onkologische Chirurgie und Krebsbehandlung
Wenn bei Ihnen Krebs festgestellt wird, erfolgt die Behandlung interdisziplinär. Das bedeutet, dass Spezialisten verschiedener Fachrichtungen Ihren Fall gemeinsam in einer sogenannten Tumorkonferenz besprechen. Dabei werden die Untersuchungsergebnisse und die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten gemeinsam betrachtet und ein individueller Therapieplan erstellt.
Je nach Erkrankung kann eine Operation mit einer Chemotherapie oder Strahlentherapie kombiniert werden. Auch eine Operation zur Entfernung eines Tumors kann Teil der Behandlung sein. Welche Behandlung oder Kombination von Behandlungen für Sie sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Art und dem Stadium der Erkrankung ab. Ziel der Krebsbehandlung ist die bestmögliche Behandlung Ihrer Erkrankung.
Koloproktologie – Erkrankungen von Dickdarm, Enddarm und After
Die Koloproktologie befasst sich mit Erkrankungen des Dickdarms, Enddarms und Analbereichs. Dazu gehören unter anderem Hämorrhoiden, Analfissuren, Fisteln und Abszesse sowie weitere Erkrankungen des Dick- und Enddarms.
Patientinnen und Patienten suchen häufig bei Beschwerden wie Schmerzen am After, Blutungen, Juckreiz oder Problemen beim Stuhlgang eine proktologische Behandlung. Auch Blut im Stuhl, Schmerzen beim Stuhlgang oder wiederkehrende Beschwerden im Analbereich sollten ärztlich abgeklärt werden.
Proktologische Untersuchung – schonend und diskret
Wir legen großen Wert auf eine schonende und diskrete Untersuchung. Eine Untersuchung des Analbereichs kann für viele Patientinnen und Patienten zunächst unangenehm oder belastend sein. Deshalb erklären wir jeden Untersuchungsschritt im Voraus und gehen möglichst behutsam vor. Je nach Beschwerden und Untersuchung kann es sinnvoll sein, die Untersuchung in Narkose durchzuführen. Welche Möglichkeit für Sie geeignet ist, wird individuell mit Ihnen besprochen.
Bei anhaltenden Schmerzen, Blutungen, Juckreiz oder Veränderungen beim Stuhlgang sollten Sie frühzeitig ärztlichen Rat einholen. Eine rechtzeitige Untersuchung kann dabei helfen, die Ursache der Beschwerden festzustellen und eine passende Behandlung einzuleiten.
Terminvereinbarung und Vorbereitung auf den Aufenthalt
Sie können telefonisch einen Termin bei uns vereinbaren. Für einige Erkrankungen können Sie auch online über unser Patientenportal einen Termin buchen. Bitte bringen Sie zu Ihrem Termin Ihre Krankenversichertenkarte, eine Ein- oder Überweisung vom Haus- oder Facharzt, vorhandene Vorbefunde sowie Ihren aktuellen Medikamentenplan mit.
Während Ihres Aufenthalts werden Sie von einem interdisziplinären Team aus Ärzt*innen und Pflegekräften betreut. Die verschiedenen Berufsgruppen arbeiten eng zusammen und stimmen die Behandlung gemeinsam ab.
Sicherheit und Qualität
Ihre Sicherheit und Ihr Wohlbefinden stehen für uns an erster Stelle. Wir arbeiten nach aktuellen medizinischen Leitlinien und führen regelmäßige Qualitätskontrollen durch. Durch die enge Zusammenarbeit des Behandlungsteams und die Orientierung an aktuellen medizinischen Standards möchten wir eine sichere und hochwertige medizinische Behandlung gewährleisten.