Herzmedizin und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Die Kardiologie ist ein zentraler Bereich der Inneren Medizin und beschäftigt sich mit der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufs. Jährlich werden mehrere Tausend Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen behandelt.
Zum Behandlungsspektrum gehören unter anderem die koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern, Herzschwäche, Bluthochdruck und Gefäßerkrankungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Diagnostik und Behandlung von Herzrhythmusstörungen.
Die Kardiologie verfügt über langjährige Erfahrung in der Herzmedizin und bietet eine umfassende Versorgung bei akuten und chronischen Herzerkrankungen. Für Herznotfälle steht die kardiologische Versorgung rund um die Uhr zur Verfügung. Drei moderne Herzkatheterlabor ermöglichen eine schnelle Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen der Herzkranzgefäße.
Chest Pain Unit bei akuten Brustschmerzen
Bei plötzlich auftretenden Brustschmerzen ist eine schnelle Abklärung besonders wichtig. Dafür gibt es die Chest Pain Unit, eine spezialisierte Überwachungseinheit für Patientinnen und Patienten mit akuten Brustbeschwerden.
Hier können mögliche Ursachen schnell untersucht und behandelt werden. Insbesondere bei Verdacht auf einen Herzinfarkt ist eine schnelle Versorgung entscheidend. Die Behandlung kann direkt von der Notaufnahme über die Chest Pain Unit bis in das Herzkatheterlabor erfolgen.
Die kardiologische Versorgung ist rund um die Uhr organisiert, sodass auch bei akuten Herzproblemen jederzeit eine schnelle Behandlung möglich ist.
Vorbereitung auf die Untersuchung oder Behandlung
Für Ihren Termin oder die Aufnahme sollten Sie möglichst alle wichtigen Unterlagen mitbringen. Dazu gehören beispielsweise die Ein- oder Überweisung, aktuelle Befunde, EKGs, Arztbriefe, Ihren Medikamentenplan und die Versichertenkarte.
Je nach Untersuchung kann es notwendig sein, einige Stunden vorher nüchtern zu bleiben. Dies ist beispielsweise bei bestimmten Herzkatheteruntersuchungen erforderlich. Sie erhalten hierzu rechtzeitig genaue Informationen.
Welche Untersuchungen notwendig sind, hängt von Ihren Beschwerden und der vermuteten Erkrankung ab. Zum Einsatz kommen unter anderem ein normales EKG, Langzeit-EKG, Belastungsuntersuchungen und ein Herzultraschall (Echokardiographie). Je nach Fragestellung können weitere Untersuchungen und bildgebende Verfahren hinzukommen.
Medikamente sollten Sie niemals eigenständig absetzen. Besonders bei Blutverdünnern und Herzmedikamenten ist eine individuelle Abstimmung wichtig. Änderungen der Medikamente werden gemeinsam mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten besprochen.
Herzkatheter – Untersuchung und Behandlung der Herzkranzgefäße
Eine Herzkatheteruntersuchung ermöglicht es, die Herzkranzgefäße genau zu untersuchen. Dafür wird ein dünner Katheter über ein Blutgefäß, meist am Arm, bis zum Herzen vorgeschoben. So können mögliche Verengungen der Herzkranzgefäße sichtbar gemacht werden.
Wenn eine relevante Gefäßverengung festgestellt wird, kann diese häufig direkt während der Untersuchung behandelt werden. Eine verengte Stelle kann beispielsweise mit einem kleinen Ballon erweitert werden. Bei Bedarf wird zusätzlich ein Stent eingesetzt. Ein Stent ist eine kleine Gefäßstütze, die das Blutgefäß offen hält.
Im Herzkatheterlabor können außerdem Druckmessungen im Herzen durchgeführt und weitere Untersuchungen vorgenommen werden. Durch die drei vorhandenen Herzkatheterlabore besteht eine hohe Erfahrung mit diesen Untersuchungen und Behandlungen.
Behandlung von Herzrhythmusstörungen
Ein weiterer Schwerpunkt der Kardiologie ist die Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Dazu gehören beispielsweise Vorhofflimmern und andere Formen eines unregelmäßigen oder zu schnellen Herzschlags.
Für die Behandlung steht eine spezialisierte Elektrophysiologie zur Verfügung. Bei bestimmten Herzrhythmusstörungen kann eine Katheterablation durchgeführt werden. Dabei werden die Bereiche im Herzen, die für den gestörten Herzrhythmus verantwortlich sind, gezielt behandelt.
Wenn das Herz dauerhaft zu langsam schlägt oder ein erhöhtes Risiko für bestimmte gefährliche Herzrhythmusstörungen besteht, können auch Herzschrittmacher oder Defibrillatoren eingesetzt werden.
Ein Herzschrittmacher unterstützt das Herz dabei, regelmäßig zu schlagen. Ein Defibrillator kann bei bestimmten gefährlichen Herzrhythmusstörungen einen lebensrettenden Stromimpuls abgeben.
Versorgung bei Herzinfarkt und anderen Notfällen
Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute. Deshalb ist die kardiologische Notfallversorgung rund um die Uhr gewährleistet. Nach der ersten Untersuchung in der Notaufnahme kann die weitere Versorgung über die Chest Pain Unit und bei Bedarf direkt im Herzkatheterlabor erfolgen.
Ziel ist es, die Ursache der Beschwerden möglichst schnell festzustellen und eine notwendige Behandlung ohne Verzögerung einzuleiten.
Bei schwer erkrankten Patientinnen und Patienten besteht außerdem eine enge Verbindung zur internistischen Intensivstation. Dort können Patientinnen und Patienten rund um die Uhr überwacht und intensivmedizinisch behandelt werden.

Betreuung während des Krankenhausaufenthalts
Während Ihres Aufenthalts werden Sie von einem erfahrenen Team aus Fachärztinnen und Fachärzten für Innere Medizin und Kardiologie sowie speziell geschulten Pflegekräften betreut.
Die Behandlung wird individuell auf Ihre Erkrankung und Ihre persönliche Situation abgestimmt. Dabei arbeiten die verschiedenen Bereiche der Inneren Medizin und weitere Fachabteilungen eng zusammen.
Wie lange muss ich im Krankenhaus bleiben?
Wie lange Sie im Krankenhaus bleiben müssen, hängt von Ihrer Erkrankung und der durchgeführten Behandlung ab. Nach einer einfachen Untersuchung oder einem unkomplizierten Eingriff kann der Aufenthalt kurz sein. Bei komplexeren Herzerkrankungen oder umfangreicheren Behandlungen kann ein längerer stationärer Aufenthalt notwendig sein.
Nach der Behandlung erhalten Sie individuelle Informationen darüber, worauf Sie zu Hause achten sollten. Dazu können Empfehlungen zur körperlichen Belastung, zur Einnahme von Medikamenten und zu weiteren Kontrollterminen gehören.
Nachsorge und Sport nach einer Herzbehandlung
Nach einer Herzbehandlung ist eine regelmäßige Nachsorge wichtig. Diese erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt sowie Ihrer Kardiologin oder Ihrem Kardiologen. Dadurch kann der weitere Gesundheitszustand regelmäßig kontrolliert und die Behandlung bei Bedarf angepasst werden.
Auch Sport und körperliche Bewegung können nach einer Herzerkrankung häufig wieder möglich und sogar sinnvoll sein. Wann und in welchem Umfang Sie sich körperlich belasten dürfen, hängt jedoch von Ihrer Erkrankung und der jeweiligen Behandlung ab. Besprechen Sie den passenden Zeitpunkt und die geeignete Belastung deshalb immer mit Ihrem Behandlungsteam.
Ambulante Untersuchungen und Termine
Viele Untersuchungen und Kontrollen können ambulant durchgeführt werden. Dazu gehören beispielsweise EKGs, Herzultraschalluntersuchungen oder Kontrollen von Herzschrittmachern.
Termine können über das Sekretariat vereinbart werden. Für ambulante Termine ist mindestens eine Überweisung erforderlich. Für stationäre Behandlungen benötigen Sie eine Einweisung.
Welche Unterlagen Sie zu Ihrem Termin mitbringen müssen, hängt von der jeweiligen Untersuchung ab. Grundsätzlich sind aktuelle Befunde, Arztbriefe, EKGs, Medikamentenplan und Versichertenkarte hilfreich.
Was tun bei akuten Brustschmerzen?

Bei plötzlich auftretenden oder starken Brustschmerzen sollten Sie nicht auf einen normalen Termin warten. Besonders wenn zusätzlich Atemnot, Schwindel, Übelkeit, kalter Schweiß oder Schmerzen auftreten, die beispielsweise in den Arm, Rücken oder Kiefer ausstrahlen, kann ein medizinischer Notfall vorliegen.
In einem solchen Fall sollten Sie sofort den Notruf verständigen oder sich in die Notaufnahme begeben. Die kardiologische Notfallversorgung steht rund um die Uhr zur Verfügung.
Qualität und moderne Herzmedizin
Die Kardiologie verfügt über eine zertifizierte Chest Pain Unit, moderne technische Ausstattung und große Erfahrung in der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die hohen Fallzahlen und die Spezialisierung des Behandlungsteams ermöglichen eine umfassende Versorgung von einfachen Beschwerden bis hin zu komplexen Herzerkrankungen.
Die Behandlung erfolgt nach aktuellen medizinischen Leitlinien. Regelmäßige Qualitätskontrollen sowie die enge Zusammenarbeit innerhalb der Inneren Medizin und mit anderen Fachabteilungen tragen dazu bei, eine sichere und umfassende Behandlung zu gewährleisten.
Für Diagnostik und Therapie stehen mehrere moderne Herzkatheterlabore sowie weitere Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die technische Ausstattung wird kontinuierlich weiterentwickelt.
Persönliche Betreuung und Sicherheit
Neben moderner Technik und medizinischer Erfahrung steht die persönliche Betreuung im Mittelpunkt. Das Behandlungsteam nimmt sich Zeit, um Untersuchungen und Behandlungsmöglichkeiten verständlich zu erklären und Fragen zu beantworten.
So erhalten Patientinnen und Patienten mit Herzerkrankungen, Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche, Bluthochdruck, Brustschmerzen oder nach einem Herzinfarkt eine individuell abgestimmte und fachübergreifende Betreuung.