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Rund um die Verdauung: Internistische Funktionsdiagnostik

Die Internistische Funktionsdiagnostik führt Untersuchungen rund um Herz, Lunge und Magen-Darm-Trakt durch. Wir haben mit dem pflegerischen Leiter des Funktionsbereichs, Bernd Meier-Harberding, über die Vielfalt seiner Arbeit gesprochen.

Bernd Meier-Haberding, Internistischer FunktionsdienstDie Funktionsdiagnostik der internistischen Abteilung im Vinzenzkrankenhaus ist 2020 in neue Räumlichkeiten gezogen. „Das war eine aufregende und spannende Zeit“, so Bernd Meier- Harberding, pflegerischer Leiter des Funktionsbereichs. Damals arbeitete er bereits seit 19 Jahren im Vinzenzkrankenhaus. Seit Juli 2007 geht er als pflegerische Leitung dort seiner Arbeit nach. „Insgesamt sind wir ein Team aus 22 Mitarbeitenden, darunter viele verschiedene Berufsgruppen wie Pflegefachkräfte, Krankenpflegehelferinnen und -helfer, medizinische Fachangestellte, Studierende sowie Auszubildende.“ Zu den Aufgaben gehören die Durchführung von diversen Untersuchungen.

Belastung und Konzentration
Anhand der angefragten Untersuchungen erstellt Meier- Harberding täglich einen Plan. Die Mitarbeitenden führen die Untersuchungen immer zu zweit gemeinsam mit einem ärztlichen Team durch. „Wir teilen uns dabei auf. Einer übernimmt die Organisation der Untersuchung, einer die Assistenz. Die Assistenz muss ein hohes Maß an Instrumentenkunde und Fingerfertigkeit vorweisen, um auf mögliche Notsituationen reagieren zu können. Hohe Konzentrationsfähigkeit spielt dabei eine wichtige Rolle. Derjenige, der für die Organisation zuständig ist, trägt im Anschluss an die Untersuchung auch die Verantwortung für die Überwachung und die Betreuung des Patienten“, erläutert Meier- Harberding. Ein festes Team aus der Endoskopie wechselt regelmäßig die endoskopischen Untersuchungsräume. Das Team aus dem EKG organisiert die Untersuchungen am EKG oder auch die Ultraschalluntersuchungen unter sich. „Wenn neue Mitarbeitende hinzukommen, versuche ich, ihnen länger eine erfahrene Person an die Seite zu stellen, die ihre Erfahrung weitergibt. Auch Wünsche für bestimmte Untersuchungen versuche ich bei der Planung zu berücksichtigen.“ Am liebsten sei er bei endoskopischen Untersuchungen dabei, erzählt Meier- Harberding weiter. „In der Regel sind Magen und Darm entleert. Es sind wirklich schöne Organe, rosa und hell.“ Gewöhnungsbedürftig seien eher die Gerüche und Geräusche der Patienten, aber das sei irgendwann Routine. „Die ersten Erfahrungen mit der Endoskopie machte ich als Bundeswehrzeitsoldat im Bundeswehrkrankenhaus.“ Nach diversen Stationen im Henriettenstift in Hannover sowie  einem kurzen Abschnitt im Außendienst folgte Meier- Harberding im Jahr 2001 Dr. Armin Meister ins Vinzenzkrankenhaus. Bereits im Henriettenstift lernte er ihn als Assistenzarzt kennen, heute ist Dr. Meister Chefarzt der Gastroenterologie. Sie arbeiten weiterhin Hand in Hand.

In direktem Patientenkontakt
Der Tag des pflegerischen Leiters beginnt in der Regel um 7:30 Uhr. Wenn er morgens zum Dienst kommt, macht er erst einmal den Computer an und schaut, was auf dem Plan steht, wer aus seinem Team da ist und ob eventuell noch etwas umgeplant werden muss. Die Patienten kommen erst am Tag der Untersuchung ins Haus. „Das Vorgespräch, die Aufklärung und die Einwilligung sind dann bereits erfolgt. Wir holen die Patienten in der Tagesklinik ab und machen die
Untersuchung. Im Anschluss bleiben sie entweder noch kurz zum Aufwachen bei uns oder werden auf die Tagesklinik verlegt.“ Der Dienst endet um 16 Uhr, beim EKG gibt es auch Schichten bis 18 Uhr. Dennoch bestehen feste Arbeitszeiten, ein Vorteil dieser Abteilung. Für Notfälle gibt es zwischen 16 und 7:30 Uhr einen Rufdienst, der vom Team der Endoskopie besetzt wird. Der gilt auch fürs Wochenende und für Feiertage. Das selbstständige und eigenverantwortliche Arbeiten sei es, was Meier- Harberding an seiner Tätigkeit schätze. „Wir haben direkten Kontakt zu den Patienten, aber auch zu den Ärztinnen und Ärzten. Man muss schnell und flexibel reagieren und sich immer neu auf die Patienten einstellen.“ Häufig bringen diese Sorgen und Ängste mit, auf die Meier- Harberding und sein Team schnell und sehr individuell eingehen. Dafür brauche es ein hohes Maß an Empathie. „Ich mag diesen Kurzkontakt. Man lernt sich kennen, versorgt den Patienten und man weiß, er bleibt in der Obhut der Kolleginnen und Kollegen der Tagesklinik und in der Betreuung durch die Ärztinnen und Ärzte.“ Manchmal sehe er die Patienten noch mal zur Nachsorge. Eigentlich, so erzählt
Meier- Harberding, habe er in seinem Berufsleben immer nach zwei bis drei Jahren etwas Neues machen wollen. Im Vinzenzkrankenhaus fühlte er sich aber gleich wohl. „Ich mag kleine Häuser lieber. Ich finde es gut, dass man die Mitarbeitenden kennt, egal ob Reinigungskraft oder Chefarzt – und das Gefühl hatte ich hier immer.“ Nach seinen ersten Jahren im Haus ermöglichte man ihm eine Fachweiterbildung Endoskopie und später die Stationsleiterfortbildung. „Als Leitung musste ich mich noch mal neu auf mein Aufgabengebiet einstellen. Mein Bestreben ist es immer gewesen, dass die Kolleginnen und Kollegen gern zum Dienst kommen. Das war in den letzten Jahren nicht ganz einfach, aber wir sind auf einem guten Weg und ich habe mittlerweile viel Freude an dieser Rolle. Das heißt, Entscheidungen zu treffen und das Team zu vertreten – in guten wie in schlechten Zeiten.“